Vergesellschaftung von Chinchillas



Da Chinchillas einen sehr eigenwilligen Charakter haben, kann man sie nicht einfach nach Belieben zusammen setzen. Das führt in den meisten Fällen zu Jagdszenen und heftigen Kämpfen, was mit schweren Verletzungen und Todesfällen enden kann. Ganz schlimm wäre, wenn man die Tiere im Käfig des alteingesessenen Tieres zusammen setzt, denn jedes Chinchilla verteidigt sein Revier und geht auf den "Eindringling" los. Die Chinchillas müssen richtig vergesellschaftet werden. Dies kann sehr schnell gehen oder auch mehrere Tage dauern, je nach Charakter der einzelnen Tiere. Es gibt auch kein Patentrezept für eine Vergesellschaftung (VG), da jedes Tier anders ist. Die Kunst liegt darin, die richtige Methode für seine Tiere zu finden.

Was man bei jeder Vergesellschaftung beachten soll

Die VG am besten morgens oder zur Mittagszeit beginnen, wenn die Tiere noch müde sind.
Meist ist es unproblematischer ein Jungtier als Partner zu vergesellschaften, denn durch den "Welpenschutz" werden die Babys meist sehr schnell akzeptiert, aber es kann auch zu Problemen und Beißereien kommen. Auch die Vergesellschaftung von älteren Tieren ist möglich. Egal für welche Methode man sich entscheidet, man kann nicht erzwingen, dass die Tiere sich mögen und so kann es auch sein, dass die Vergesellschaftung abgebrochen werden muss.

Bei allen Vergesellschaftungen gilt: Wachsam sein und die Tiere genau beobachten. Nicht nur tagsüber, sondern auch auch in der Nacht und nicht nur tagelang, sondern wochenlang!

Normales Verhalten während einer VG

Man sollte den Chinchillas nicht die Gelegenheit geben, dass sie sich jagen können. Das kann sich leicht hochschaukeln und die Vergesellschaftung in Gefahr bringen.

Sollte es zu Bissen kommen oder gar Blut fließen, muss man die Tiere sofort trennen!
Was passieren kann, wenn man nicht eingreift, sieht man hier - klick!

Übersicht der möglichen Gruppenkonstellationen

Bei gemischten Gruppen sollte niemals mehr als ein Böckchen im Käfig sein, auch sollte man Böckchengruppen nicht in einem Raum mit Weibchen halten! Denn wenn die Weibchen in die Hitze kommen, können sich die Böckchen bekämpfen, schlimmstenfalls bis aufs Blut! Es gibt sicher Ausnahmen wo es gut geht, aber wir raten dringendst davon ab, insbesondere wenn man keine Ausweichmöglichkeit hat und die Tiere notfalls in getrennten Räumen unterbringen kann.

Eine Übersicht der verschiedenen VG-Methoden

Käfig-an-Käfig-Methode

Dauer : 1 Woche bis zu 1 Monat oder länger (der lange Zeitraum bedeutet großen Stress für die Tiere)

Vorgehensweise

Transportbox-Methode

2-3 Stunden, maximal 24 Stunden (Wasser und Futter anbieten!)

Vorgehensweise

Käfig-in-Käfig-Methode

Dauer : 2-3 Tage

Vorgehensweise

Freilauf-Methode

Von dieser Methode raten wir unbedingt ab, weil es zu schlimmen Hetzjagden mit Verletzungen und Todesfolge kommen kann. Diese Methode wäre nur akzeptabel, wenn man über langjährige Chinchilla-Erfahrung verfügt und die zu vergesellschaftenden Chinchillas und ihre Verhaltensweisen kennt und einschätzen kann.

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Wichtig:

Wenn nach der Vergesellschaftung (egal nach welcher Methode) der erste gemeinsame Freilauf stattfindet, muss man die Tiere gut im Auge behalten. Man sollte sie nur zusammen laufen lassen, wenn sie sich zuvor im Käfig gut verstanden haben.

Zu kleinen Rangeleien kann es zwischendurch immer wieder kommen, auch wenn die Tiere zuvor friedlich zusammen saßen. Das ist ganz normal! Nur wenn sie sich stark jagen und es zu heftig wird, sollte man für einige Tage den gemeinsamen Auslauf streichen, damit sie im Käfig wieder zueinanderfinden können.

Für alle, die sich eine Vergesellschaftung nicht zutrauen: Meldet euch bei erfahrenen Chinchilla-Haltern und bittet sie um Unterstützung! Gerade wenn man noch nie vergesellschaftet hat, ist man meist sehr unsicher. Diese Unsicherheit überträgt sich auf die Tiere und macht eine Vergesellschaftung schwierig oder gar unmöglich!


BITTE BEACHTEN:
Diese Texte wurden von erfahrenen Vergesellschaftern nach besten Wissen und Gewissen verfasst. Jedoch gibt es auch bei der Vergesellschaftung von Nagetieren (wie auch in der gesamten Haustierhaltung) keine Pauschalisierungen.
Jedes Tier ist anders, verhält sich anders. Durch unterschiedliche Charaktere der kleinen Fellnasen zeigt auch jede VG einen anderen Verlauf.

Deshalb raten wir Anfängern (jeder hat mal angefangen), wenn möglich, auf Unterstützung zurück zu greifen.



Autoren

Dieser Text wurde von dem Chinchilla-Liebhaber-Team erstellt und dem Foren-Ratgeber entnommen.

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