Kaninchen



Sinne

Sehen:
Kaninchen haben seitlich anliegende, aus der Augenhöhle hervorstehende Augen und deshalb einen guten Rundumblick. Kaninchen sehen dementsprechend gut in die Ferne, sind also weitsichtig, um Fressfeinde früh zu erkennen. Durch die Anordnung können Kaninchen auch gut den Raum über ihnen überblicken. Seitlich können Sie einen Winkel von ca. 170 Grad erfassen. In der Nähe sehen sie unscharf und direkt vor ihrer Nase ist ein kleiner Bereich im toten Winkel. Nahe Gegenstände nimmt das Kaninchen nur wahr, wenn sich diese bewegen oder andere Sinne angeregt werden. Bei Veränderungen oder der Erkundung neuer Bereiche bewegen Kaninchen den Kopf nickend.
Die Pupilleneinstellung der Kaninchen kann sich nur eingeschränkt auf verändernde Lichtverhältnisse einstellen. Als dämmerungsaktive Tiere sehen Kaninchen bei Dämmerung und in hellen Nächten besser als bei Sonnenschein. Auch die Farbwahrnehmung ist entsprechend angepasst. Kaninchen können Grautöne gut unterscheiden, Rottöne allerdings nicht von Grüntönen unterscheiden (vgl. Rühle, 19 f).

Hören:
Hauskaninchen haben ganz unterschiedliche Ohren. Die natürliche Variante sind mittelgroße Stehohren. Diese werden vom Kaninchen auch unabhängig voneinander in die Richtungen bewegt, in die es hören möchte. Kaninchen können somit den Hörraum auf 360 Grad erhöhen. Kaninchen können 16 bis 33.000 Hz hören (vgl. Drescher).

Tastsinn:
Kaninchen können mit ihren Tasthaaren und Tastkörperchen an den Gliedmaßen ihr Umfeld erspüren. Bis zu 46 Tasthaare (Vibrissen) weisen Kaninchen im Bereich der Nase und Backen auf. Mit 3-7 cm sind diese so lang wie das Kaninchen an seiner breitesten Körperstelle. Kaninchen können also, wenn sie den Kopf in eine Öffnung stecken, einschätzen, wie eng die Passage für sie wird. Weiter geben die Tasthaare Informationen über Hindernisse, die Kaninchen schlecht sehen können. Die Tasthaare dürfen daher niemals abgeschnitten werden.

Riechen:
Kaninchen haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn. Ihre Nase bewegt sich je nach Aufmerksamkeit bis zu 4x pro Sekunde. Schläft ein Kaninchen tief und fest, bewegt sich sein Näschen kaum noch. Mit ihren 100 Millionen Riechzellen können Kaninchen nicht nur ihre Umwelt detailliert erfassen, sondern v.a. die Pheromone, die sie selbst, bekannte oder fremde Artgenossen über die Drüsen an den Lippen, Kinn und Nase, Anal- und Genitalregion hinterlassen, erkennen. Mit den Pheromonen markierte Fährten, stecken Kaninchen ihr Revier ab und setzen Signale im Sozial- und Sexualverhalten (vgl. Rühle, 22).



Geschmack:
Der gustatorische Sinn ist sehr gut ausgeprägt. Kaninchen können salzig, süß, sauer und bitter unterschieden. Sie wählen ihr Futter neben dem Nährwert und Wirkung, auch nach dem Geschmack. Dabei tolerieren sie Bitteres und fressen große Mengen Löwenzahn oder bitteren Salat.

Zeitliche Orientierung:
Kaninchen können Zeitabstände nach Zyklen wahrnehmen. Neben längeren Abschnitten im Lebenslauf, werden auch kürzere Zyklen, wie Tage und Monate nachvollzogen. Orientierung bieten dabei z.B. hormonelle Veränderungen, aber vor allem äußere Einflüsse, wie Tageslicht und Temperaturschwankungen (vgl. Rühle, 23)

Räumliche Orientierung:
Kaninchen leben in Revieren. Sie nutzen feste Pfade, die sie zur Orientierung markieren. Auch Köttel werden zur Revier- und Latrinenmarkierung eingesetzt. Kaninchen sind je nach Alter unterschiedlich ortstreu.

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