- eine ganzheitliche Tierschutzphilosophie
§ 1 des Tierschutzgesetzes besagt: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“
Doch die Auslegung des Gesetzes ist Ermessenssache und wird von jedem anders interpretiert. Unser Verständnis für Leid beginnt nicht erst mit dem körperlichen Schmerz, sondern schon mit psychischem Stress. Diesem folgen dann oft Verhaltensauffälligkeiten oder Erkrankungen, welche dann zu einem körperlichen Leid führen. Unser Tierschutzansatz liegt in der Ursachenbekämpfung und nicht der Symptombehandlung. Wir müssen zum Ursprung gehen, ähnlich der ganzheitlichen Behandlung.
Wenn Tierquälerei einen gesellschaftlichen Ursprung hat (auch wenn dieser unbewusst gefördert wird), dann muss auch gesellschaftlich daran gearbeitet werden. Dieses bedarf jede Menge Energie, Zeit und umfangreiche Aufklärungsarbeit. Der Tierschutz engagiert sich daher in vielen verschiedenen Schwerpunktbereichen. Dazu gehören der Haustierschutz, Nutztierschutz, Wildtierschutz und Tierrechte.
Die Mitglieder und Aktivisten dieser Bereiche engagieren sich teilweise nur in und für einen Verein/Projekt. Aber viele von ihnen sehen im Tierschutz mehr als eine Aufgabe: sie leben mit einer Tierschutzphilosophie, die alle oder mehrere Bereiche des Tierschutzes beinhalten. Für sie bedeutet Tierschutz nicht nur einzelnen Tieren zu helfen, sondern für alle Tiere Verbesserungen zu erreichen.
Genau so individuell die Ansichten und Bemühungen im Tierschutz auch sein mögen; das Wichtigste ist, dass alle Energien die gleiche Richtung gehen. Und da leider ein großer Teil der Gesellschaft sich gar nicht für Tierschutz interessiert, ist es wichtig, die Gemeinsamkeiten zum Wohle der Tiere zu verbinden. Leider hat es sich aber inzwischen schon so ergeben, dass ein Konkurrenzdenken unter Vereinen/ Projekten und Tierschutz- und Tierrechtsaktivisten entstanden ist. Meist beruhen diese Konflikte auf finanzielle Engpässe, Missverständnisse und hauptsächlich zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen. Das Schlimmste daran ist, dass das Ego der Menschen den Tierschutzgedanken zerschlägt und damit die Bemühungen zum Schutz der Tiere wieder zurückwirft. Tierschutz ist keine Politik, sondern eine Herzenssache, die Respekt sowohl für Tiere als auch Menschen erfordert. Wir können viel voneinander lernen und unsere Erfahrungen austauschen. Wir müssen nicht gleich denken, aber uns in die gleiche Richtung bewegen. Nur so können wir gemeinsam den Tieren zu einem besseren Leben und Respekt in der Gesellschaft verhelfen!
Quelle + © Haustierbüro e.V.






